Siemensbahn - Bahnviadukt - Modell © KREBS+KIEFER
Siemensbahn - Bahnviadukt - Modell © KREBS+KIEFER

Reaktivierung der Siemensbahn: BIM-Planung im Fokus der Fachpresse

[Berlin, 06.07.2026] Die gemeinsam mit Allplan erstellte Case Study zur Reaktivierung der Siemensbahn in Berlin wird aktuell in mehreren Fachpublikationen aufgegriffen. Die Beiträge beleuchten, wie KREBS+KIEFER bei der Planung des denkmalgeschützten Stahlviadukts auf Building Information Modeling (BIM) und selbstentwickelte digitale Werkzeuge setzt.

Die Reaktivierung der Berliner Siemensbahn gehört zu den anspruchsvollsten Infrastrukturprojekten im deutschen Schienenverkehr. Rund 50 Jahre nach ihrer Stilllegung soll die zweigleisige Strecke bis 2029 – rund 100 Jahre nach ihrer Einweihung – wieder in Betrieb gehen. Für die Generalplanung im Auftrag der DB InfraGO AG ist die Ingenieurgemeinschaft Siemensbahn verantwortlich, bestehend aus der Sweco GmbH und KREBS+KIEFER Ingenieure GmbH. KREBS+KIEFER ist dabei technisch federführend und übernimmt die Teilprojektleitung Konstruktiver Ingenieurbau (KIB).

Die gemeinsam mit dem Softwareanbieter Allplan erstellte Case Study zur BIM-basierten Planung des Projekts wird nun in mehreren Fachmedien aufgegriffen: Das Deutsche Ingenieurblatt, die Business Geomatics, Bauingenieur sowie COMPUTER SPEZIAL berichten über die digitalen Planungsmethoden, die KREBS+KIEFER bei diesem Projekt einsetzt.

Im Mittelpunkt der Berichterstattung steht Planungsabschnitt 1.2 – das rund 800 Meter lange, denkmalgeschützte und genietete Stahlviadukt aus dem Jahr 1928. Die Eisenbahnüberführung setzt sich aus insgesamt 71 Einzelbauwerken zusammen, darunter der Haltepunkt Wernerwerk. Rund 50 Jahre ohne Wartung und Instandsetzung haben erhebliche Schäden hinterlassen: Korrosionserscheinungen, Deformationen, Kriegsschäden sowie fehlende oder schadhafte Verbindungsmittel wurden bei Zustandsuntersuchungen festgestellt. Daher sind umfangreiche Maßnahmen zur Instandsetzung des historischen Stahlviadukts gefordert, um einen uneingeschränkten und sicheren Eisenbahnbetrieb zukünftig wieder zu gewährleisten.

Die Planung muss historische Bausubstanz, denkmalpflegerische Anforderungen und moderne Ingenieurstandards in Einklang bringen.

BIM als methodische Grundlage

Das gesamte Projekt wird unter Anwendung von Building Information Modeling umgesetzt. Für Planungsabschnitt 1.2 bilden hochdetaillierte Bestandsmodelle in LOD 400 die Grundlage – erstellt auf Basis umfassender Laserscans durch den Nachunternehmer ARC-GREENLAB. Die Modelle entstanden in engem Austausch zwischen dem Vermessungsbüro und KREBS+KIEFER.

Die schiere Datenmenge stellte dabei eine besondere Herausforderung dar: Allein 150.000 Niete mussten korrekt nach Aufmaß in den maßgebenden Bereichen positioniert werden. Um die Bearbeitungsperformance zu gewährleisten, wurden die Niete je Bauwerk als gesondertes Teilmodell ausgewiesen.

Um wiederkehrende Planungsschritte zu beschleunigen, hat KREBS+KIEFER eigene PythonParts in ALLPLAN entwickelt. Dazu zählen unter anderem ein Tool zur automatisierten Attribuierung nach SOM 2.1, ein Werkzeug zur parametrischen Modellierung von Quer- und Längsfugen sowie Lösungen zur Erstellung DB-Ril-konformer Lichtraumprofile. 

Zu den zentralen BIM-Anwendungsfällen im Gesamtprojekt zählen die Bauablauf- und Terminplanung (4D), die Ableitung klassischer Planunterlagen sowie die Mengen- und Kostenermittlung (5D).

Auszeichnung als BIM Champion 2025

Bereits im letzten Jahr wurde die Ingenieurgemeinschaft Siemensbahn – bestehend aus Sweco und KREBS+KIEFER sowie den Nachunternehmern ARC-GREENLAB und GI-CONSULT – für die BIM-basierte Planung von buildingSMART mit dem BIM Champions Award in der Kategorie Planung ausgezeichnet.