Modernisierung von Bahnstrecken für mehr Kapazität.
Modernisierung von Bahnstrecken für mehr Kapazität.

KREBS+KIEFER plant moderne Sanierungskonzepte für das Schienennetz interdisziplinär

[Darmstadt, 17.02.2026] Deutschlands Schienennetz steht unter Druck: Mehr Verkehr trifft auf begrenze Kapazitäten. Gemeinsam mit weiteren Unternehmen der Dorsch Europe, plant und koordiniert KREBS+KIEFER Sanierungs- und Ausbauvorhaben interdisziplinär – auch unter laufendem Betrieb – und schafft so die Grundlage für zuverlässige Verbindungen.

Seit der Bahnreform 1994 hat sich die Betriebsleistung um 28 % erhöht, während das Netz um 17 % geschrumpft ist. Auf rund 39.000 Kilometern verkehren heute deutlich mehr Züge – bei weiter steigendem Verkehrsaufkommen. Bis 2040 soll der Personenverkehr um 3,5 % und der Güterverkehr um 17,3 % zunehmen. Demgegenüber schreitet der Netzausbau nur langsam voran: 2024 kamen lediglich 48 Kilometer neue oder ausgebaute Schienenstrecken hinzu – das Straßennetz wuchs im selben Zeitraum um 10.000 Kilometer.

Neue Gleise, zusätzliche Bauwerke und Stationen entstehen zunehmend im laufenden Betrieb. Enge Flächenverhältnisse, lange Genehmigungsverfahren und komplexe Schnittstellen stellen hohe Anforderungen an Planung, Koordination und interdisziplinäre Zusammenarbeit – von Verkehrsanlagen und Ingenieurbau bis zu Oberleitung, Leit- und Sicherungstechnik sowie Umwelt- und Erschütterungsschutz.

KREBS+KIEFER bringt diese Expertise in Projekten im Verbund mit weiteren Unternehmen der Dorsch Europe ein. Zwei aktuelle Beispiele zeigen, wie das in der Praxis aussieht.

Ausbaustrecke Hanau–Gelnhausen

Die Deutsche Bahn erweitert die Strecke zwischen Hanau und Gelnhausen auf durchgehend vier Gleise. Künftig werden Fern- und Nahverkehr entmischt: schnelle Züge fahren getrennt von langsameren auf eigenen Gleisen. Die Geschwindigkeit steigt von heute 160 auf künftig bis zu 250 km/h. Alle Verkehrsstationen entlang der Strecke werden modernisiert und barrierefrei ausgebaut. Für die Anwohnenden entstehen über 30 Kilometer Schallschutzwände; ergänzt werden Umwelt- und Artenschutzmaßnahmen, darunter Ersatzhabitate und Nisthilfen für Weißstörche, Zauneidechsen und Ameisenbläulinge. Der erste Planfeststellungsabschnitt 5.17 ist bereits im Bau, die Abschnitte 5.16 bis 5.13 folgen sukzessive in den nächsten Jahren.

In der Ingenieurgemeinschaft KREBS+KIEFER / BUNG verantworten wir die Gesamtplanung – Objektplanung von Verkehrsanlagen und Ingenieurbauwerken sowie die Tragwerksplanung. BPS rail ist als Nachunternehmer für die Oberleitung eingebunden; erstmals plant BPS dabei auch eine HOL (Hochgeschwindigkeits-Oberleitung). Die Strecke wird für 230 km/h trassiert, die Oberleitungsanlage (OLA) ist jedoch als Re 250 ausgelegt und erlaubt damit eine maximale Geschwindigkeit von 250 km/h.

„Die gezielte Erhöhung der Kapazitäten für den Schienengüter- und Personenverkehr auf diesen Teilstrecken hilft, Emissionen zu reduzieren und den Verkehr schrittweise von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Mobilität von morgen – und zeigen, wie technisches Know-how und ganzheitliche Planungsansätze die Zukunft des Bahnverkehrs sichern“, sagt Dipl.-Ing. Michael Schanzenbach, Geschäftsführer KREBS+KIEFER.

Ausbauvorhaben Mannheim–Friedrichsfeld

Die Deutsche Bahn erweitert im Rahmen des Gesamtprojekts Mannheim–Heidelberg die Strecke zwischen Mannheim Hauptbahnhof und Mannheim Friedrichsfeld, um Engpässe zu beseitigen und die Kapazitäten im Personen- und Güterverkehr nachhaltig zu erhöhen. Der mehrgleisige Ausbau verbessert insbesondere das Angebot im Nahverkehr. Ein neues kreuzungsfreies Bauwerk in Mannheim Friedrichsfeld ermöglicht zudem, dass Güterzüge den Rangierbahnhof passieren können, ohne den Personenverkehr zu beeinträchtigen. Das steigert die Betriebsqualität, erhöht die Zuverlässigkeit und schafft Reserven für den prognostizierten Verkehrszuwachs bis 2030.

In der Ingenieurgemeinschaft INGE Mannheim Friedrichsfeld sind GRE German Rail Engineering, BUNG und KREBS+KIEFER mit der Generalplanung für die Planungsabschnitte 2 und 3 beauftragt. Die Leistungen umfassen die Objekt- und Fachplanung in den Leistungsphasen 1 und 2 (optional 3–7) für Verkehrsanlagen, konstruktiven Ingenieurbau, Oberleitungsanlagen und 50 Hz-Technik. Gemeinsam mit BPS rail als Nachunternehmer bringen wir unsere Erfahrung in der Bahnplanung ein – insbesondere dort, wo viele Gewerke und Schnittstellen unter Betrieb zusammenlaufen.

Interdisziplinär planen – verlässlich umsetzen

KREBS+KIEFER verbindet in enger Zusammenarbeit mit den weiteren Unternehmen der Dorsch Europe Fachdisziplinen, koordiniert Schnittstellen und begleitet Auftraggeber über alle Projektphasen hinweg – mit dem Ziel, Infrastruktur verlässlich weiterzuentwickeln und den Betrieb stabiler zu machen.


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