KREBS+KIEFER mit zwei prämierten Projekten in der „Pop-Up-Ausstellung Ingenieurbaukunst" beim Konvent der Baukultur 2026
[Dresden/Erfurt, 27.05.2026] KREBS+KIEFER ist mit zwei ausgezeichneten Ingenieurbauwerken – der Saaletalquerung bei Bad Kösen und dem Chemnitzer Viadukt – in der "Pop-Up-Ausstellung Ingenieurbaukunst" vertreten, die im Rahmen des Konvents der Baukultur 2026 am 10. und 11. Juni in Potsdam stattfindet. Beide Projekte wurden in den vergangenen Jahren mit bedeutenden nationalen und europäischen Preisen ausgezeichnet und stehen exemplarisch für die Bandbreite moderner Brückenbaukunst – vom Neubau einer anspruchsvollen Hybridbrücke bis zur denkmalgerechten Instandsetzung eines historischen Viadukts.
Der Konvent der Baukultur 2026
Der Konvent der Baukultur ist das zentrale Forum der Meinungsbildung der Bundesstiftung Baukultur. Alle vier Jahre kommen dort bis zu 350 Fachleute und Engagierte aus Architektur, Ingenieurwesen, Bauausführung und Baukulturvermittlung zusammen. Beim Konvent 2026 werden die Mitglieder des Konvents neu berufen und Vertreterinnen und Vertreter in den Stiftungsrat und Beirat der Bundesstiftung gewählt. Darüber hinaus stellt die Bundesstiftung den Baukulturbericht 2026/27 „Gestalten – Prozesse, Bauen, Zusammenhalt" erstmals öffentlich vor. Der erste Tag steht unter dem Motto „Basislager der Baukultur" und bietet in fünf thematischen Foren Raum für Diskussion und fachlichen Austausch.
Begleitend zum Konvent zeigt die „Pop-Up-Ausstellung Ingenieurbaukunst" prämierte Ingenieurprojekte aus ganz Deutschland. KREBS+KIEFER ist mit zwei Projekten vertreten.
Saaletalquerung bei Bad Kösen
Die Saaletalquerung bei Bad Kösen zählt zu den größten und technisch anspruchsvollsten Brückenbauvorhaben Mitteldeutschlands. Mit einer Gesamtlänge von 1.226 Metern und einer Höhe von bis zu 65 Metern überspannt das Bauwerk das Saale-Unstrut-Tal in einer landschaftlich und kulturell bedeutsamen Region, geprägt von Muschelkalkfelsen, historischen Burgen und Weinbau.
Das Besondere an der Saaletalquerung ist ihre Ausbildung als fugenlose Hybridkonstruktion aus Spannbeton und Stahlverbund. Der zentrale, 320 Meter lange Spannbetonhohlkasten wurde im Freivorbau errichtet, die nördlichen und südlichen Rampenbereiche entstanden in Stahlverbundbauweise im Taktschiebeverfahren. Die Verbindung beider Tragwerkssysteme zu einem monolithischen Überbau – in Höhen von über 50 Metern – stellte hohe Anforderungen an Planung und Ausführung. Umfangreiche Windgutachten und Windkanalversuche führten zur Entwicklung spezieller bauzeitlicher Windabweiser, die die aerodynamische Stabilität der Stahlhohlkasten beim Einschub gewährleisteten.
KREBS+KIEFER erbrachte bei diesem Projekt die Entwurfsplanung, die Ausschreibung sowie die statisch-konstruktive Prüfung der Ausführungsplanung einschließlich aller bauaufsichtlichen Abnahmen für sämtliche Montagezustände und die Überwachung des Einschubs der Überbauten vor Ort.
Im September 2025 wurde die Saaletalquerung beim Deutschen Ingenieurpreis Straße und Verkehr 2025 in der Kategorie „Baukultur" mit dem 2. Preis ausgezeichnet. Die Jury hob die schlanken, gegliederten Pfeiler, die ressourcenschonende Bauweise ohne Hilfsstützen im Naturschutzgebiet sowie den Einsatz von 3D-Planungsmodellen hervor.
Chemnitzer Viadukt
Das Chemnitzer Viadukt ist ein wichtiges Ingenieurbauwerk des frühen 20. Jahrhunderts und Teil der Sachsen-Franken-Magistrale. Mit seiner grundlegenden Instandsetzung und Ertüchtigung wurde ein technisch und kulturell bedeutendes Denkmal für den Bahnbetrieb bewahrt. Die Grundlage war das Weiterbauen im Bestand: Historische Tragstrukturen, Lagerungen und Proportionen blieben weitgehend erhalten, während der eigentliche Fahrweg mit moderner Stahl-Beton-Verbundbauweise erneuert wurde. Die beiden äußeren Überbauten übernehmen heute Service- und Rettungsfunktionen; dadurch konnten die Eingriffe in das Erscheinungsbild minimiert werden. Verstärkungen an Bögen, Stützen und Lagern erfolgten so, dass sie konstruktiv wirksam, visuell jedoch zurückhaltend bleiben.
Der enge Abstimmungsprozess zwischen Ingenieurwesen, Denkmalschutz und Stadt zeigt exemplarisch, wie technische Erfordernisse, Nachhaltigkeit und baukulturelle Verantwortung zu einer gestalterischen und funktionalen Einheit zusammengeführt werden können.
Das Projekt wurde mit zwei bedeutenden Preisen ausgezeichnet: Im September 2024 erhielt das Chemnitzer Viadukt den Europäischen Stahlbrückenpreis (European Steel Bridge Award) der European Convention for Constructional Steelwork (ECCS) in der Kategorie „Heritage". Im März 2025 wurde das Projekt beim 34. Dresdner Brückenbausymposium mit dem Sonderpreis Denkmal des Deutschen Brückenbaupreises 2025 geehrt. Die Jury würdigte das Projekt als „ein komplexes Meisterstück der Erhaltungskunst als Brückenschlag zwischen gestern und heute".
Zur Teilnahme anmelden
Der Konvent der Baukultur 2026 ist öffentlich und kostenfrei. Interessierte sind eingeladen, die Pop-Up-Ausstellung „Ingenieurbaukunst" mit unseren zwei Bauwerken sowie das gesamte Programm des Konvents am 10. und 11. Juni 2026 in der Schiffbauergasse in Potsdam zu besuchen. Eine Anmeldung zur Veranstaltung ist über die Website der Bundesstiftung Baukultur möglich: www.bundesstiftung-baukultur.de/veranstaltungen/registrierung/konvent-der-baukultur-2026



