Gut besuchter Jubiläumstag: Rund 450 Teilnehmende kamen zum zehnten Hessischen Brandschutztag 2026 nach Neu-Isenburg – einer der zentralen Fachveranstaltungen im vorbeugenden Brandschutz.  © AKH Andreas Henn
Gut besuchter Jubiläumstag: Rund 450 Teilnehmende kamen zum zehnten Hessischen Brandschutztag 2026 nach Neu-Isenburg – einer der zentralen Fachveranstaltungen im vorbeugenden Brandschutz. © AKH Andreas Henn

Hessischer Brandschutztag 2026: Fachlicher Austausch zu HBO-Novelle, KI, Bestand und Holzbau

[Neu-Isenburg, 18.03.2026] Rund 450 Teilnehmende aus Planung, Sachverständigenwesen, Feuerwehr und Bauaufsicht kamen zum Hessischen Brandschutztag 2026 in Neu-Isenburg zusammen. Die Jubiläumsveranstaltung zum zehnten Brandschutztag machte deutlich, wie wichtig der fachübergreifende Austausch für die Weiterentwicklung des vorbeugenden und abwehrenden Brandschutzes ist. Moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr.-Ing. Ulrich Dietmann, ö.b.u.v. Sachverständiger und Geschäftsführer bei KREBS+KIEFER.

Gerhard Greiner, Präsident der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen, betonte zum Auftakt: Angesichts neuer gesetzlicher Rahmenbedingungen, veränderter Bauweisen und wachsender Anforderungen an Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Sicherheit sei der fachliche Dialog unverzichtbar. Prof. Dr.-Ing. Ulrich Dietmann und Dipl.- Ing. Oliver Hilla blickten gemeinsam auf zehn Jahre Hessischer Brandschutztag zurück und zeigten, wie sich Themen und Anforderungen im Brandschutz seither gewandelt haben.

Aktuelle Gesetzgebung und Praxisthemen im Fokus

Ein inhaltlicher Schwerpunkt lag auf den aktuellen Entwicklungen im Bau- und Brandschutzrecht. Benjamin Semmler stellte aktuelle Neuerungen vor. Dr. Thomas Schröer erläuterte anschließend die Inhalte des Eckpunktepapiers der Kommission Innovation im Bau für das Baupaket II. Damit standen genau jene regulatorischen Veränderungen im Mittelpunkt, die Planende, Sachverständige, Bauaufsichten und Genehmigungsbehörden in den kommenden Jahren maßgeblich beschäftigen werden.

Jonas Schwering, Abteilungsleiter Vorbeugender Brandschutz bei der Feuerwehr Frankfurt am Main beleuchtete Brandmeldeanlagen aus Feuerwehrsicht und brachte damit die Perspektive der Einsatzpraxis in den Dialog.

Praxisnah wurde es beim Thema Bauen im Bestand: Dipl.-Ing. Sandra Matzenauer zeigte Chancen und Grenzen der HBO-Novelle 2025 für die Schaffung neuen Wohnraums auf. Paulina Richter, M.A. und Marco Kittner-Meier, M. Eng., ö.b.u.v. Sachverständiger für vorbeugenden Brand­schutz ergänzten dies mit dem Projektbeispiel der Umnutzung eines Spitzbodens zu Wohnraum in Frankfurt am Main. Am Beispiel der Offenen Schule Waldau in Kassel zeigten Johannes Beck und Dr.-Ing. Thomas Scherer, wie architektonische Offenheit, pädagogische Anforderungen und brandschutztechnische Schutzziele im Holzbau miteinander vereinbar sind.

KI in der Planungspraxis – Chancen und Perspektiven

Dr.-Ing. Anne Kawohl von KREBS+KIEFER ordnete aktuelle Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz im Brandschutz ein – mit einer klaren Botschaft: „Ihre Jobs sind sicher." Digitale Werkzeuge werden den fachlichen Diskurs künftig stärker prägen; die ingenieurmäßige Bewertung und Verantwortung bleiben jedoch zentral.

Das Jubiläum bot auch Raum für einen persönlichen Moment: Dipl.-Ing. Oliver Hilla und Prof. Dr.-Ing. Ulrich Dietmann überreichten sich gegenseitig einen schwarzen Schlumpf – ein augenzwinkerndes Zeichen für zehn Jahre vertrauensvoller Zusammenarbeit.

Der Hessische Brandschutztag 2026 bestätigte erneut seine Rolle als wichtige Plattform, um unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen, neue Anforderungen einzuordnen und tragfähige Lösungsansätze für die Praxis zu entwickeln.