Deutscher Ingenieurbaupreis 2026 für das Chemnitzer Viadukt
[Berlin, 15.10.2026] Das Chemnitzer Viadukt ist mit dem Deutschen Ingenieurbaupreis 2026 ausgezeichnet worden. Mit dem Staatspreis würdigen das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen und die Bundesingenieurkammer eine Ingenieurleistung, die den denkmalgerechten Erhalt eines prägenden Eisenbahnbauwerks mit den Anforderungen moderner Schieneninfrastruktur verbindet. KREBS+KIEFER war bei dem Projekt für die Objektplanung der Verkehrsanlagen und Ingenieurbauwerke sowie die Tragwerksplanung für die technische Instandsetzung, Verstärkung und Modernisierung des Chemnitzer Viadukts verantwortlich.
Verliehen wurde der Deutsche Ingenieurbaupreis 2026 am 14. Oktober 2026 im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung in der Akademie der Künste in Berlin. Der Staatspreis wird im Zweijahresrhythmus gemeinsam vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen und der Bundesingenieurkammer ausgelobt; das Wettbewerbsverfahren führt das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung durch. Insgesamt wurden 41 Projekte eingereicht, von denen sieben für die Endauswahl nominiert waren.
Aus Sicht der Jury steht das Chemnitzer Viadukt beispielhaft dafür, wie historische Eisenbahninfrastruktur zukunftsfähig weitergebaut werden kann, ohne ihre Identität zu verlieren. Gewürdigt wurden insbesondere die Verbindung aus behutsamer Denkmalpflege, innovativer Bautechnik, konsequenter Nachhaltigkeit und einer engen Koordination der Beteiligten. Das Projekt zeigt, dass Bauen im Bestand nicht nur Erhalt bedeutet, sondern auch die Chance bietet, technische Lösungen präzise auf ein historisches Bauwerk abzustimmen.
Das 1909 fertiggestellte und 275 Meter lange Viadukt besteht aus vier parallelen Überbauten. Für den künftigen Bahnbetrieb genügen die beiden mittleren Gleise. Anstelle einer unverhältnismäßigen Ertüchtigung der bestehenden mittleren Balkenträger wurden neue, um 20 Zentimeter niedrigere Balkenträger in Stahl-Beton-Verbundbauweise integriert. So konnten Tragfähigkeit und Dauerhaftigkeit sichergestellt werden, ohne die prägende Ansicht des Bauwerks wesentlich zu verändern. Ergänzend wurden unter anderem überlastete Knotenbleche, Fachwerkstreben und Verbindungsmittel ersetzt, Pendelstützen zur Erhöhung der Tragfähigkeit mit Beton verfüllt und historische Lagerbauteile überwiegend aufgearbeitet. Auch der aktive Schallschutz der neuen Konstruktion trug dazu bei, auf Lärmschutzwände zu verzichten und damit das denkmalgeschützte Erscheinungsbild zu bewahren.
Die Umsetzung des Projekts ist bereits mehrfach fachlich gewürdigt worden. Auf dem International Symposium on Steel Bridges 2024 in Prag erhielt das Chemnitzer Viadukt den European Steel Bridge Award 2024 in der Kategorie „Special Bridge Award Heritage“. Zuletzt wurde das Chemnitzer Viadukt im Rahmen des 34. Dresdner Brückenbausymposiums mit dem Sonderpreis Denkmal des Deutschen Brückenbaupreises 2025 ausgezeichnet.
Mit dem Deutschen Ingenieurbaupreis 2026 erhält das Projekt nun eine weitere überregionale Würdigung. Für KREBS+KIEFER bestätigt die Auszeichnung die Bedeutung ingenieurtechnischer Lösungen, die Bestandserhalt, konstruktive Weiterentwicklung und Anforderungen der heutigen Infrastruktur zusammenführen. Die Jury bezeichnet das Chemnitzer Viadukt entsprechend als gelungenen Brückenschlag zwischen Denkmalschutz und Moderne.
Weitere Einblicke erhalten Sie in untenstehendem Video: Deutscher Ingenieurbaupreis 2026 – Staatspreis für Chemnitzer Viadukt © BBR / HELLO STUDIO W


