Gebaut in Algerien, geplant in Deutschland: Große Moschee in Algier nach Fertigstellung eröffnet

(Darmstadt, 26.11.2020) Die drittgrößte Moschee der Welt kommt aus Deutschland. Hier entstanden die Ideen und Pläne für das Bauwerk, welches am 28. Oktober 2020 offiziell eröffnet wurde. Mit seinen 265 Metern ist es das höchste Minarett der Welt und zugleich auch das höchste Bauwerk des afrikanischen Kontinents. Am 6. November 2020 wurde der Gebetssaal zum Freitagsgebet erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Entworfen und geplant wurde die Große Moschee in Deutschland. Im Jahr 2008 hatte KREBS+KIEFER zusammen mit KSP Jürgen Engel Architekten aus Frankfurt den internationalen Wettbewerb gewonnen. Im selben Jahr startete mit der Vertragsunterzeichnung im Beisein der Bundeskanzlerin Angela Merkel und des damaligen algerischen Präsidenten offiziell die Planungsarbeit. Mit der Grundsteinlegung Ende 2011 wurde der Baubeginn für Anfang 2012 eingeläutet.

Der Komplex stellte die Ingenieure von KREBS+KIEFER vor besondere technische Schwierigkeiten, wie Eric Fischer, Geschäftsführender Gesellschafter von KREBS+KIEFER, betont: „Die außergewöhnlichen Dimensionen der Bauwerke, die Belastungen aus Klima und Erdbeben, sowie die lokalen Grenzen der Bautechnik und der Baumaterialien waren Herausforderungen, die wir gemeinsam als Team gemeistert haben“.

Eine dieser Herausforderungen bestand an die Tragwerksplaner von KREBS+KIEFER. Um die Standsicherheit des sehr schlanken Minaretts mit seiner geringen Grundfläche von 28 auf 28 Meter zu gewährleisten, ist dieses ca. 50 Meter tief im Boden auf einem Raster aus 1,20 Meter starken Schlitzwänden verankert. Die Tragstruktur des Hochhauses ist eine Verbundkonstruktion aus Stahl und Beton, die den Belastungen aus Erdbeben optimal standhält. Die Erdbebensicherheit des Gebetssaals wird durch seine Lagerung auf seismischen Isolatoren erzielt. Sie sorgen dafür, dass sich das Bauwerk im Erdbebenfall horizontal bewegen kann und so weitestgehend von Erdstößen abgekoppelt wird.

KREBS+KIEFER erbrachte in einer Arbeitsgemeinschaft mit KSP Jürgen Engel Architekten die Generalplanung für das kulturhistorische Monument und war als technischer Federführer hauptverantwortlich für die alle Gewerke integrierende Gesamtplanung. In der Bauüberwachungsphase sorgte KREBS+KIEFER mit Unterstützung seiner Niederlassung vor Ort in Algier für einen reibungslosen Ablauf der Bauarbeiten, die der staatliche chinesische Baukonzern CSCEC als Generalunternehmer leistete. Über 300 Architekten und Ingenieure aus Deutschland sowie Frankreich und China waren vor Ort, um das Projekt zu realisieren, 4.000 Arbeiter waren auf der Baustelle tätig.

Der gesamte Komplex befindet sich auf einem 400.000 m² großen Areal. Neben dem Gebetssaal für mehr als 36.000 Gläubige gehören auch ein Museum für islamische Kunst und Geschichte mit angeschlossenem Forschungszentrum, eine theologische Hochschule, ein Konferenzzentrum sowie Apartments und Infrastrukturgebäude zum Komplex, den täglich bis zu 120.000 Menschen besuchen können.

Neben Mekka und Medina reiht sich Algier mit der Fertigstellung der Moschee in die Liste der Städte mit herausragenden islamischen Sakralbauten ein. Die besondere Bedeutung des Bauwerks wird beim Blick auf den Geldschein des Landes deutlich: Ein Abbild des neuen Wahrzeichens ziert den 1.000 Dinar-Schein.