15.01.2021

Finanzamt Karlsruhe online übergeben

(Karlsruhe, 15.01.2021): Ungewöhnliche Schlüsselübergabe in Karlsruhe: Per Videokonferenz wurde das neue Finanzamt an die Finanzverwaltung übergeben. Unter der Mitwirkung von KREBS+KIEFER entstand in den letzten drei Jahren ein gestalterisch, energetisch und funktional hochmodernes Verwaltungsgebäude.

Finanzstaatssekretärin Gisela Splett freute sich, ein von Wittfoth Architekten in zeitgemäßer Architektursprache gefasstes Bauwerk übergeben zu dürfen. Nach der Grundsteinlegung im Sommer 2018 ist hier ein Gebäude entstanden, welches – umgeben von einer neuen grünen Quartiersmitte – auf rund 5.700 m² Nutzfläche Platz für 300 hochmoderne Arbeitsplätze inklusive Kundenzentrum im Erdgeschoss bietet. Insgesamt wurden rund 27 Millionen Euro investiert.

KREBS+KIEFER war bei dem Projekt mit der gesamten Tragwerksplanung des Gebäudes inklusive Baugrubenverbau sowie dem Entwurf des Fassadentragwerks aus Architekturbeton betraut. Durch Optimierung des siebengeschossigen Regeltragwerks aus Flachdecken mit Bauteilaktivierung und Stahlbetonkernen auf darunterliegender Tiefgarage gelang eine wirtschaftliche Geschosshöhe zur Einhaltung der limitierten Gesamthöhe des Gebäudes.

Das Gebäude bindet zweigeschossig in den Baugrund mit hohem Grundwasserstand ein. Die Zuwegung in die Tiefgarage im zweiten Untergeschoss erfolgt über einen ausgelagerten Zufahrtstunnel. Die Abdichtung der unterirdischen Technikzentralen mit Anbindung an das Fernwärmenetz gelingt, flankierend zum WU-Konzept, durch Einsatz einer Frischbeton-Verbundfolie.

Die fein gegliederte Rasterung der Fassadenfertigteile aus Stahlbeton mit ihrer tiefen Fensterleibung bietet einen aktiven Sonnenschutz und trägt so zum Passivhausstandard des Gebäudes bei. Zur Effizienzsteigerung im Bauprozess wurden die Elemente zusammen mit den tragenden Fassadenstützen und Randunterzügen – inklusive dazwischenliegender Kerndämmung – hergestellt und im Vorlauf zur Betonage der Flachdecken montiert. Der Kraftschluss zwischen Vorhangfassade und Tragschale erfolgte zur thermischen Entkoppelung mittels innovativer glasfaserverstärkter Kunststoffbewehrung.

Ein Bezug zur Geschichte des Standorts – der ehemaligen Parfumfabrik Wolff und Sohn – wird im Erdgeschoss hergestellt. Hier beinhaltet eines der Fassadenelemente den „Duft des Geldes“. Die Künstlerin Katharina Hohmann hat gemeinsam mit dem Parfümeur Andreas Wilhelm die Kunst am Bau gestaltet. Von innen und außen gut sichtbar stehen Flakons mit dem Duft „AERARIUM“, der nach der antiken römischen Staatskasse benannt ist und nach frisch gedruckten Banknoten riechen soll.

 

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Hergestellter Großdemonstrator von Herrn Müller

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    Promotionsvortrag von Herrn Müller
2016

Herr Sören Müller erhält den akademischen Grad eines Doktor-Ingenieurs (Dr.-Ing.)

Am 05. Februar 2016 hat Herr Sören Müller den akademischen Grad eines Doktor-Ingenieurs (Dr.-Ing.) vom Fachbereich Bauingenieurwesen der Technischen Universität Kaiserslautern verliehen bekommen. Das Thema seiner Dissertation lautet: "Zur Auslegung von innovativen Betonkollektorelementen für solarthermische Parabolrinnenkraftwerke".

In seiner Arbeit wird ein Konzept für Kollektorelemente aus Beton vorgestellt, welches als Alternative zu Kollektorelementen aus Stahltragwerken dient. Nach Wahl einer geeigneten Betonrezeptur unter Berücksichtigung der Möglichkeiten von Hochleistungsbetone hat Herr Müller Parabolrinnenkollektorelemente erstellt und daraus einen Großdemonstrator gebaut.

Parallel hat er numerische Untersuchungen durchgeführt, um unter anderem das Optimierungspotential zu untersuchen. Dabei spielt der sogenannte Interceptfaktor, der ein Maß für die Effizienz des Kollektorensystems ist, die Hauptrolle.

Der gebaute Großdemostrator wies jedoch einen reduzierten Interceptfaktor auf; durch mögliche Optimierungen, die im Rahmen der Parameterstudien erfolgten und systematisch analysiert wurden, konnte der Interceptfaktor entscheidend gesteigert werden.

Herr Müller listet und bewertet in seiner Arbeit Kriterien, die für die Realisierung der Parabolrinnenkollektorelemente entscheidend sind. Diese Kriterien betreffen die Verformungsarmut und die Formbeständigkeit der Betonelemente, die hohe Biegezugfestigkeit des Betons mit passenden rheologischen Eigenschaften, die reduzierte Erhärtungszeit und das schwindarme Verhalten des Betons. Kriterien der kostengünstigen Herstellung sowie der hohen Wertschöpfung vor Ort wurden im Rahmen dieser Arbeit nicht weiter untersucht, sie sollen aber Gegenstand weiterer Arbeiten sein.

Die Dissertation von Herrn Müller wurde während seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Massivbau und Baukonstruktion der Technischen Universität Kaiserslautern erstellt.

Wir gratulieren Herrn Dr.-Ing. Sören Müller herzlich zu dieser großartigen Leistung.