675-org1.png

Erste Trogfahrt
© Wasserstraßen-Neubauamt Berlin

    2020

    Erfolgreiche erste Trogfahrt des Schiffshebewerks Niederfinow

    Der nächste wichtige Schritt auf der Zielgeraden zur Inbetriebnahme des neuen Schiffshebewerks in Niederfinow erfolgte am 02. April 2020: Der erste Hub des 133 m langen und rund 10.000 t schweren Troges bis auf die Höhe der oberen Kanalhaltung auf 36 m verlief erfolgreich. Um die Risiken zu minimieren, wurde die Funktion der hochkomplexen Anlage vorab in einer Simulation an einem digitalen Anlagezwilling getestet. Für die Überwindung des Höhenunterschieds von 36 Metern ist – nachdem sich der Betrieb eingespielt hat – eine Fahrtzeit von ca. 3 Minuten kalkuliert.

    Nach erfolgreich bestandenem Praxistest ist die Baufreiheit für die Montage des letzten großen Maschinenbauteils gegeben. Der sogenannte Andichtrahmen für das Andocken des Troges an die untere Stauhaltung der Alten Oder kann nun in den unteren Haltungsabschluss eingebaut werden.

    Der Probebetrieb der Gesamtanlage mit bis zu 500 Trogfahrten zum Testen der Anlage und Optimieren der Steuerung wird nach Angaben von Rolf Dietrich, Leiter des Wasserstraßen-Neubauamtes Berlin (WNA), voraussichtlich ab August 2020 beginnen.

    Das an der Oder-Havel-Wasserstraße zwischen Berlin und dem Seehafenverbund Stettin-Swinemünde (Polen) liegende neue Schiffshebewerk kann von Fahrzeugen mit einer Länge von 110 m und einer Breite von 11,45 m, einer Abladetiefe von 2,8 m und einer Durchfahrthöhe von 5,25 m passiert werden und eröffnet damit sowohl der Güterschifffahrt als auch einer florierenden Flusskreuzfahrtsindustrie ganz neue Möglichkeiten. So können moderne Güterschiffe die Anlage zukünftig mit bis zu 104 Containern anstatt wie bisher mit 27 passieren.

    Ein Termin für die Inbetriebnahme wird nach Ende des Probebetriebs festgelegt werden, so Rolf Dietrich. Für die Dauer der Gewährleistungsfrist für den Ersatzneubau soll das 1934 in Betrieb genommene alte Schiffshebewerk, das als Industriedenkmal erhalten bleiben wird, betriebsbereit bleiben.

    Die Gesamtprojektkosten belaufen sich auf rund 300 Mio. Euro, davon 50 Mio. Euro aus Fördermitteln der Europäischen Union.

    KREBS+KIEFER wurde in Prüfgemeinschaft mit dem Germanischen Lloyd mit der Prüfung des Bauwerks beauftragt. Federführender Prüfingenieur ist Dr.-Ing. Hans-Gerd Lindlar. Der Auftrag umfasst die Prüfung des Massivbaus, des Stahl- und Stahlwasserbaus, des Maschinenbaus einschließlich der E- und Steuerungstechnik sowie des Erdbaus und aller Baubehelfe.