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Durchschlag beim Neuen Kaiser-Wilhelm-Tunnel in Cochem

Nach mehr als 130 Jahren er­hält der alte Kaiser-Wilhelm-Tun­nel, mit 4.242 Me­tern einer der längsten Bahntunnel Deutsch­lands, gemäß aktuellen Si­cher­heits­stan­dards, eine zweite Röhre. Im Mai 2010 be­gan­nen dazu die Gra­bun­gen von Ediger-Eller aus durch den Berg nach Cochem.

Eine schwierige und wichtige Etappe des 200-Millionen-Euro-Bauprojekts auf der Moselstrecke zwischen Koblenz und Trier wurde jetzt abgeschlossen, als nach 547 Tagen, am 07. November 2011, die 1.710 Tonnen schwere Tun­nel­vor­triebs­ma­schi­ne die letzten Zentimeter der neuen Röhre durchbohrte. Dabei wurden etwa 900.000 Tonnen Gestein ausgebrochen und abtransportiert; et­wa 77.000 Ton­nen Beton waren für die Herstellung der Tunnelschale nötig.

Die für diese Arbeiten benötigte Tunnelvortriebsmaschine ist 90 Meter lang, hat einen Durchmesser von 10 Metern und wurde extra für die Arbeiten am Neuen Kaiser-Wilhelm-Tunnel gebaut.

Der Durchschlag selber war beeindruckend. Die metallischen Geräusche, wenn der Stahl des Schneidrades auf die Stahlanker im Felsmassiv trifft und die Fels­wand erst im Kleinen abzubröckeln beginnt, um dann lautstark und fast am Stück auf den Boden zu fallen und eine dichte Staubwolke aufzuwirbeln.

Nachdem das Schneidrad zum Stillstand gekommen war und der Staub sich weitestgehend gelegt hatte, kletterte zwischen den Speichen des Schneidrades der Tunnelvortriebsmaschine die Mannschaft heraus, die sich in den ver­gan­ge­nen Monaten durch den Berg gegraben hatte. Sie wurde mit großem Applaus, dem Lied der Bergleute und "Glück auf"-Rufen in Empfang genommen und be­glückwünscht.

Zu Beginn der Tunnelbauarbeiten hatte die Tunnelpatin Roswitha Beck, Ehefrau des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck, den Mineuren und Tunnelarbeitern die Statue der Heiligen Barbara als Schutzpatronin der Berg­leu­te überreicht. Nach dem erfolgreichem und punktgenauen Durchstoß in Cochem gaben die Mineure der Tunnelpatin die Heilige Barbara jetzt wieder zurück.

Sobald die neue Röhre einsatzbereit ist und in Betrieb genommen wurde (ge­plant Ende 2012), wird die Röhre des alten Kaiser-Wilhelm-Tunnels saniert und auf eingleisigen Betrieb umgebaut. Ab 2015 soll der Kaiser-Wilhelm-Tunnel für den Zugverkehr zweigleisig nutzbar sein, jedoch in zwei getrennten Tun­nel­röh­ren.

Mit dem  Neuen Kaiser-Wilhelm-Tunnel "schaffen wir ein Stück modernster In­fra­struk­tur auf der wichtigen Strecke zwischen Koblenz und Trier", erklärte der Par­la­men­ta­ri­sche Staatssekretär, Dr. Jörg Sandvoß, Vorstand Vertrieb der DB Netz AG.

Ein besonderer Dank geht an den Projektleiter der DB ProjektBau, Herrn Bodo Tauch, der für alle am Projekt Beteiligten, einschließlich der betroffenen An­woh­ner, ein kompetenter Ansprechpartner und Koordinator gewesen ist.

Krebs und Kiefer Beratende Ingenieure Darmstadt und Mainz sind bei diesem Jahrhundertbauprojekt an der DB-Moselstrecke für die Sicherheits- und Ge­sund­heits­schutz­ko­or­di­na­ti­on zuständig. 

Artikel: kh / hs / erb / 09.11.11   Bilder: Krebs und Kiefer GmbH

Festgäste

Festgäste

Tunnelbohrmaschine

Tunnelbohrmaschine

Kurz vor dem Durchbruch

Kurz vor dem Durchbruch

Der Durchbruch ist geschafft

Der Durchbruch ist geschafft

Ankunft der Tunnelbaumann-schaft

Ankunft der Tunnelbaumann-schaft

Gruppenbild der Mannschaft

Gruppenbild der Mannschaft

Krebs und Kiefer ist eines der führenden deutschen Ingenieurunternehmen für das Bauwesen. Seit 1950 planen, steuern, überwachen und prüfen wir für Bauherrn der öffentlichen Hand, für private Investoren oder Architekten im In- und Ausland. Unser Spektrum reicht dabei von Ingenieurbauwerken bis zu Verkehrsanlagen und vom Hochbau bis zur Industrieanlage. Mit weit über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind wir an 12 Standorten in Berlin, Bitterfeld, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Freiburg, Großostheim (Nordbayern), Hamburg, Karlsruhe, Leipzig, Mainz und Würzburg vertreten. Weitere Informationen über Krebs und Kiefer bietet die Website www.kuk.de.