Festgäste
Tunnelbohrmaschine
Kurz vor dem Durchbruch
Der Durchbruch ist geschafft
Ankunft der Tunnelbaumannschaft
Gruppenbild der Mannschaft

09.11.2011
Kategorie:Archiv

Durchschlag beim Neuen Kaiser-Wilhelm-Tunnel in Cochem

Nach mehr als 130 Jahren erhält der alte Kaiser-Wilhelm-Tunnel, mit 4.242 Metern einer der längsten Bahntunnel Deutschlands, gemäß aktuellen Sicherheitsstandards, eine zweite Röhre. Im Mai 2010 begannen dazu die Grabungen von Ediger-Eller aus durch den Berg nach Cochem.

Eine schwierige und wichtige Etappe des 200-Millionen-Euro-Bauprojekts auf der Moselstrecke zwischen Koblenz und Trier wurde jetzt abgeschlossen, als nach 547 Tagen, am 07. November 2011, die 1.710 Tonnen schwere Tunnelvortriebsmaschine die letzten Zentimeter der neuen Röhre durchbohrte. Dabei wurden etwa 900.000 Tonnen Gestein ausgebrochen und abtransportiert; etwa 77.000 Tonnen Beton waren für die Herstellung der Tunnelschale nötig.

Die für diese Arbeiten benötigte Tunnelvortriebsmaschine ist 90 Meter lang, hat einen Durchmesser von 10 Metern und wurde extra für die Arbeiten am Neuen Kaiser-Wilhelm-Tunnel gebaut.

Der Durchschlag selber war beeindruckend. Die metallischen Geräusche, wenn der Stahl des Schneidrades auf die Stahlanker im Felsmassiv trifft und die Felswand erst im Kleinen abzubröckeln beginnt, um dann lautstark und fast am Stück auf den Boden zu fallen und eine dichte Staubwolke aufzuwirbeln.

Nachdem das Schneidrad zum Stillstand gekommen war und der Staub sich weitestgehend gelegt hatte, kletterte zwischen den Speichen des Schneidrades der Tunnelvortriebsmaschine die Mannschaft heraus, die sich in den vergangenen Monaten durch den Berg gegraben hatte. Sie wurde mit großem Applaus, dem Lied der Bergleute und "Glück auf"-Rufen in Empfang genommen und beglückwünscht.

Zu Beginn der Tunnelbauarbeiten hatte die Tunnelpatin Roswitha Beck, Ehefrau des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck, den Mineuren und Tunnelarbeitern die Statue der Heiligen Barbara als Schutzpatronin der Bergleute überreicht. Nach dem erfolgreichem und punktgenauen Durchstoß in Cochem gaben die Mineure der Tunnelpatin die Heilige Barbara jetzt wieder zurück.

Sobald die neue Röhre einsatzbereit ist und in Betrieb genommen wurde (geplant Ende 2012), wird die Röhre des alten Kaiser-Wilhelm-Tunnels saniert und auf eingleisigen Betrieb umgebaut. Ab 2015 soll der Kaiser-Wilhelm-Tunnel für den Zugverkehr zweigleisig nutzbar sein, jedoch in zwei getrennten Tunnelröhren.

Mit dem Neuen Kaiser-Wilhelm-Tunnel "schaffen wir ein Stück modernster Infrastruktur auf der wichtigen Strecke zwischen Koblenz und Trier", erklärte der Parlamentarische Staatssekretär, Dr. Jörg Sandvoß, Vorstand Vertrieb der DB Netz AG.

Ein besonderer Dank geht an den Projektleiter der DB ProjektBau, Herrn Bodo Tauch, der für alle am Projekt Beteiligten, einschließlich der betroffenen Anwohner, ein kompetenter Ansprechpartner und Koordinator gewesen ist.

KREBS+KIEFER Beratende Ingenieure Darmstadt und Mainz sind bei diesem Jahrhundertbauprojekt an der DB-Moselstrecke für die Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordination zuständig.

px